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8. September 2011

Grundlagen

Was bedeutet ,,lernen''?
Jetzt möchte ich ihnen zwei Personen vorstellen; Lena und Dirk, zwei junge Menschen, die - wie Sie - neugierig sind auf diese elt und ihre Kenntnisse erweitern und ihre Fähigkeiten entwickeln wollen. Die beiden werden Sie in diesem Heft begleiten, denn sie erleben viele Situationen, die Ihnen aus Ihrem Leben bekannt vorkommen werden, und sie suchen nach Antworten bei der Bewältigung der vielfältigen Fragen im Bereich des Deutschen. Lena ist 27 Jahre alt. Sie hat eine Ausbildung als Speditionskauffrau erfolgreich abgeschlossen und arbeitet in einer international tätigen Spedition im Hamburger Hafen. Ihr Beruf macht ihr viel Spaß, sie liebt die unterschiedlichen Tätigkeiten und Herausforderungen, denen sie sich täglich neu stellen muss. Lena ist eine sehr sympathische junge Frau, sieht gut aus und strahlt eine fröhliche Vitalität aus. Zu ihrem Beruf gehört es, einen umfangreichen Schriftwechsel mit Kunden und Behörden zu führen, sie muss häufig in Sitzungen kurze Vorträge über geschäftliche Fragen und Probleme halten und sie hat sich dabei den Ruf erworben, schwierige Tatbestände schnell ,,auf den Punkt'' zu bringen. Vor ein paar Wochen haben Lena und Dirk sich auf einer Party bei Freunden kennen gelern. Es war wohl nicht Liebe auf den allerersten Blick, aber wenn man die beiden so nebeneinander stehen sah, konnte man schon merken, dass es zwischen ihnen knisterte. Dirk ist 30 Jahre alt und Marketingexperte in einem großen Hamburger Versandhandelsunternehmen. Seine Aufgabe besteht unter anderem darin, die Entwicklungen des Einzelhandels in Europa zu beobachten und Marktchancen für sein Unternehmen zu erkunden. Deshalb muss er ständig aktuelle Informationen ermitteln, strukturieren und der Geschäftsleitung präsentieren. Dirk ist ein großer Sportler, und das sieht man ihm an. In seiner Freizeit läuft er gerne lange Strecken, und er hat an so manchem Marathon erfolgreich teilgenommen. Nun haben Sie ein Bild von den beiden vor Augen und können sich bestimmt in die folgende Situation einfühlen: Dirk hat Lena zu Beginn ihrer Freundschaft zu sich zum Essen eingeladen. Er möchte ihr mit einem liebevoll zubereiteten asiatischen Menü imponieren und einen schönen Abend mit ihr verleben. Leider hat er aber, wie er selbst ganz genau weiß, von der asiatischen Köche herzlich wenig Ahnung. Was also tun? Er besorgt sich im Internet ein vielversprechendes Rezept und geht in einen Asia-Laden, um die Zutaten einzukaufen. Beim Reis stutzt er. Basmati-Reis? Was ist das Besondere daran? Wie bereitet man ihn zu? Also wendet er sich an eine Verkäuferin, die seine Frahen ausführlich beantwortet und dabei ein bisschen mit ihm flirtet. Ja, er wird eine Tasse Reis mit zwei Tassen Wasser und ein wenig Salz so lange köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist. Noch eine Flasche Reiswein - und einem netten gemeinsamen Abend steht nichts mehr im Wege. Eine Alltagssituation, werden Sie sagen, eine ziemlich banale Geschichte. Sie haben Recht und doch ist ganz viel passiert : Ein Musterfall von ,,Lernen''. Schlagen wir mal im Lexikon nach, was lernen eigentlich bedeutet.
Lernen ist die Aneigung von Kenntnissen und Fähigkeiten sowie die Änderung von Denken, Einstellungen und Verhaltensweisen aufgrund von Einsicht und Erfahrung.
(DIE ZEIT. Das Lexikon Band 8)
Dirk war in einer typischen Lernsituation. Er möchte ein bestimmtes Ergebnis erzielen, nämlich bei seiner Freundin einen guten Eindruck machen, und er möchte ihr mit seinem Verhalten seine Zuneigung zeigen. Er weiß, dass ihm bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen, aber er findet einen Weg, sein Problem zu lösen. Er besorgt sich ein Rezept im Internet, lernt durch Rückfrage den Begriff ,,Basmati-Reis'' kennen und erwirbt später durch konkretes Tun die Fähigkeit, den Reis zuzubereiten. Außerdem hat er in dem Verkaufsgespräch auf eine freundliche Frage eine angemessene Antwort erhalten. Das wird ihn bestimmt veranlassen, den Laden wieder aufzusuchen. Und er wird in seiner Einstellung bestärkt, dass der Umgang mit Menschen durch Höflichkeit und Freundlichkeit angenehm gestaltet werden kann. Ähnliche Situationen erleben wir täglich und das heißt, dass wir permanent Erfahrungen machen und diese - reflektiert oder unbewusst - in unser weiteres Leben integrieren. Mit anderen Worten : Unser ganzes Leben ist ein beständiger Lernprozess. So gesehen ist Lernen nicht mehr und nicht weniger als der zentrale Mechanismus, unser Leben zu bewältigen und uns in Raum und Zeit einzuordnen. Man kann also ohne zu übertreiben sagen, dass alle Lebenssituationen Lernsituationen sind. Das bedeutet nun keineswegs, dass unsere Lebensituation ausschließlich ,,positive'' Erfahrungen nach sich ziehen und aus Erfolgserlebnissen besteht. Eine starke und prägende Kraft haben auch die ,,negativen'' Erfahrungen, die Schwierigkeiten, Probleme, Belastungen und Frustationen, die nun mal zu unserem Leben gehören. In diesem Zusammenhang soll deutlich gesagt werden, dass ,,Fehler'', die man macht, einen sehr positiven Effekt für die Entwicklung unserer Persönlichkeit haben. EInen Fehler zu machen, ist nicht schlimm; schlecht ist es aber, daraus keine Schlüsse zu ziehen. Ich kann aus meinen Fehlern lernen, mich neu besinnen und orientieren, mein Verhalten ändern oder bei einem Sachproblem einen anderen Lösungsweg versuchen. Dieser durch einen Fehler initiierte Lernprozess bringt mich weiter. Deshalb ist es auch berechtigt, von einem ,,Lob des Fehlers'' zu sprechen. Das soll auch Mut machen, sich auf Experimente einzulassen und neue Wege zu gehen.

Wieder eine kleine "Leseprobe", diesmal aus meinem Deutschheft.
Denise

Aristoteles raubt mir meinen nerv!

Guten Abend mitteinander,
mal wieder ist es halb 1 Uhr morgens, während ich hier sitze und schon wieder lernen muss. Diesmal sitze ich zwar zwischendurch an Deutsch und Mathematik, aber im Grunde dreht sich gerade alles um Aristoteles. Griechisch ist einfach eine schwere Sprache, und alte Urtexte übersetzen macht wirklich gar keinen Spaß (wer rechnet auch mit Spaß, was?) ... Die Aufgaben zu meiner ersten Selbstüberprüfung hab ich, denke ich, ganz gut gemeistert. Die Antworten waren zwar um einiges ausführlicher formuliert von mir, aber immernoch im Grundtext das selbe Ergebnis. Ich bin mit mir zufrieden, aber so schwer war das ganze nicht. "Was bedeutet im ursprünglichen Sinne das Wort politisch?" , "Was bedeutet Herrschaft ausüben?" und "Welche Hindernisse stehen in modernen Großstaaten einer Marktplatzdemokratie vor allem entgegen?" waren solche Fragen. Die letzte hat mir kurzzeitig das Wissen geraubt, da ich wirklich jede Möglichkeit auflisten wollte. Am Ende hab ich aber auch das gut hinbekommen - Yay! :-) Morgen oder heute Abend noch , je nachdem wie ich mit Deutsch und Mathematik vorran komme, werde ich Teil 2 weiterlesen und meine nächsten Aufgaben ausführen. Ich "liebe" Sozialkunde jetzt schon...  Man unterschätzt so ein Fernstudium irgendwie leicht, ich mein... ich hätte nie erwartet, dass es von heut auf morgen so los geht. Da ich früher auch nie ein Fan vom lernen war, ist es für mich natürlich noch komplizierter... Die Zeit ist knapp und meistens werde ich wohl mitten in der Nacht büffeln dürfen, meine Mutter ist da ein bisschen eigen was das Thema Studium angeht. Pack ich nur einmal mein Macbook aus um auf den Online Campus zu gehen, bekomm ich einen Vortrag von "Du sitzt am Computer , hilf mit beim renovieren" zu hören. Purer Schlafmangel, aber mal sehen wie es weiter geht :-)
Denise

Menschen leben in Staaten..

Aristoteles-Büste
Philosophische Grundfrage
Philosophen haben sich schon seit alters her nicht nur mit Fragen beschäftigt wie : Was ist der Mensch? Was kann er erkennen? Wie soll er sich verhalten?, sondern auch Fragen wie diese haben sie gereizt : Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass die Menschen Staaten gebildet haben? Was für einen Zweck hat eigentlich ein Staat? Welche Regeln gelten dort? Wie kommen Menschen, die frei geboren sind, dazu, sich solche Regeln zu unterwerfen? Werden sie dadurch nicht unfrei? Wer stellt die Regeln auf? Ein weiser und mächtiger Herrscher, der sie auch durchsetzen kann? Eine Gruppe von Erleuchteten? Alle Bürger in gemeinsamer Absprache? Schon diese Fülle von Fragen ist nur eine Auswahl, es sind nicht im entferntesten alle, die sich seit fast zweieinhalbtausend Jahren Menschen zum Thema Staat gestellt haben und über die Bücherschränke voll geschrieben wurden. Selbstverständlich kann an dieser Stelle nicht einmal ein Abris aller wesentlichen staatsphilosophischen Überlegungen gegeben werden, die in unserem Kulturkreis entwickelt wurden und bis heute nachwirken.
Aristoteles
Doch sollten Sie sich den Namen eines griechischen Philosophen merken, der zu den ersten gehört, die grundlegend und systematisch über den Staat nachgedacht  haben : ARISTOTELES. Vor mehr als 2 300 Jahren, im 4. Jahrhundert v. Chr., veröffentliche er eine Untersuchung mit dem Titel "Politik". Darin befindet sich der berühmte und immer wieder zitierte Satz : ,,Der Mensch ist von Natur ein politisches Wesen'', ein ,,zoon politikon'', wie es im griechischen Urtext heißt.
Polis-Politik
Um diesen Satz richtig verstehen zu können, muss man wissen, dass zur Zeit des Aristoteles die in Griechenland vorherrschende Staatsform der Stadtstaat war, die sog. Polis (Betonung auf der ersten Silbe) Das, was sich auf den Staat, die Polis, bezieht, ist das Politische, die Politik. ,,Der Mensch ist von Natur ein politisches Wesen'', meint also : Es gehört zum Wesen des Menschen, dass er in einer Polis, in einem Staat zusammen mit anderen lebt.  Im gleichen Buch ,,Politik'' untersucht ARISTOTELES dann die unterschiedlichen Formen, in denen Menschen ihr Zusammenleben gestaltet haben. Er ordnet die Staaten dabei danach, wer in ihnen die Herrschaft ausübt, wer, so würden wir es heute formulieren, die Befugnis hat, anderen Menschen bindende Anweisungen zu erteilen und die Befolgung dieser Anweisungen, also Gehorsam, notfalls zu erzwingen.
Staatstypenlehre von Aristoteles
ARISTOTELES unterscheidet drei Haupttypen:
1. Staaten, in denen einer herrscht (Monarchie)
2. Staaten, in denen mehrere, die Besten, herrschen (Aristokratie)
3. Staaten, in denen alle, das ganze Volk herrscht (Demokratie nach unserem Sprachgebrauch; Aristoteles selbst nennt diese Staatsform Politie).
Wie sind die beiden Alternativen : Einer herrscht/alle herrschen vom heutigen Standpunkt einzuschätzen?

Das war nur ein kleiner Text aus meinem Sozialkunde Heft.  :-)
Mir ist vorhin leider passiert, dass ich anstatt "Aristoteles-Büste" - Brüste gelesen habe, und mich doch tatsächlich kurzzeitig gefragt hab, wo denn auf dem Foto seine Brüste sein sollen.
Das ist der böse schlafmangel, glaubt's mir. Heute nacht saß ich auch bis 3 Uhr da, um meine erste Hausarbeit in Sozialkunde abzuliefern. Und doch hab ich sie noch nicht zuende...
Denise

7. September 2011

Nur Stress.

Guten Abend,
mein "Fernstudium" hat erst am Montag begonnen, und schon hab ich einen riesigen Stress mit dem Lehrplan. Ich komm kaum zum lernen Tagsüber, und Nachts bin ich einfach viel zu müde um meine Hausarbeiten zu erledigen. Momentan sitze ich an Sozialkunde, bedeutet : Griechische Urtexte durchforsten, übersetzen und Aristoteles. Unglaublich Interessant, oder? Ich muss morgen unbedingt die erste Hausarbeit fertig schreiben, sonst häng ich hinterher. Der Online-Campus ist zur Zeit wirklich verwirrend.
Ich hab zwar rausgefunden, wie ich mir meine Kurse und Kursforen anschaue, aber einige Kleinigkeiten bringen mich noch durcheinander. Es ist aber wirklich positiv anzumerken, dass jedes Fach ein eigenes Forum hat und man sich so auch gegenseitig austauschen kann - echt Top.  Naja , ich werd nun in's Bett wandern. Kleines Zitat am Rande
 Wenn die Liebe echt ist, kannst du nicht weglaufen.

Denise